THE LOCAL: Making a castle your home – Interview

THE LOCAL: Making a castle your home – Interview

Artikel in THE LOCAL zum Kauf der Burg Möckmühl durch Alexander Dragilev. Dafür wurde Matthias Helzel, Gesellschafter der Vermittlung historischer Immobilien OHG interviewt.

Reich an Burgen und herrschaftlichen Anwesen bietet Deutschland zahlreiche Objekte zum Verkauf – sowohl für Normalbürger als auch für Blaublütige. Sally McGrane berichtet darüber, wie man sich sein eigenes Märchenschloss zulegt.“


Alexander Dragilev mag Gebäude mit Geschichte. Als er beschloss, in Deutschland eine Burg zu kaufen, musste sie daher unbedingt eine eigene Geschichte haben.

„Dragilev schaute sich rund zwanzig Objekte an, bevor er die siebengeschossige, 2.500 Quadratmeter große Burg Möckmühl in Baden-Württemberg entdeckte.

Möckmühl in Baden-Württemberg. Die Burg, deren Name „Mönchsmühle“ bedeutet, wurde 1150 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Sie spielte eine Rolle in den Rosenkriegen, und von einem ihrer Besitzer, der unter Beschuss stand, heißt es, er habe den Satz geprägt, der sich etwa mit „küss mir den Hintern“ übersetzen lässt.

Er wurde besiegt, und seine Hand wurde abgeschlagen. Doch dank seines Einfallsreichtums konnte er etwas erfinden, das vielleicht die erste künstliche Hand der Welt war, die heute in einem nahegelegenen Museum zu sehen ist. Die künstliche Hand hat zwei Knöpfe zum Greifen und Loslassen; sie sei, so Dragilev, dazu gedacht gewesen, ein Schwert zu halten, sei aber aufgrund der militärischen Niederlage ihres Besitzers ausschließlich dazu benutzt worden, Weingläser zu halten.

„Da muss es irgendeine Legende geben“, erklärte der in Moskau geborene Israeli, ein pensionierter Geschäftsmann, was ihn an der Burg angezogen habe, in der er nun mit seiner Gefährtin Marina lebt. „Eine Art Mythos, aber ein wahrer Mythos. Außerdem ist der Turm hier faszinierend. Neulich habe ich eine alte Glocke aus dem 17. Jahrhundert gefunden. Ich habe sie installiert, und jetzt kann ich sie läuten.“

Auch wenn niemand genau weiß, wie viele Burgen es in Deutschland gibt, so sind doch viele davon für interessierte Käufer auf dem Markt. Matthias Helzel, Mitinhaber der Vermittlung Historischer Immobilien, eines Maklerunternehmens, das auf den Verkauf von Burgen und Herrenhäusern spezialisiert ist, schätzt, dass er persönlich etwa tausend davon besucht hat.

Helzel, der außerdem an der Erstellung der umfassenden Liste deutscher Burgen im Internet unter www.burgenwelt.de mitgewirkt hat, sagt, es gebe viele verschiedene Gründe, warum Menschen nach einer Burg suchen, statt ihr Geld zum Beispiel in eine Eigentumswohnung zu stecken. Für manche ist es die Erfüllung eines Kindheitstraums, für andere eine Kapitalanlage. Einige möchten das Anwesen in ein Hotel oder in Büroräume für Architekten verwandeln, andere suchen nach steuerlichen Vorteilen, wieder andere wollen eine Burg zurückkaufen, die früher einmal Heimat ihrer aristokratischen Familie war.

Helzel selbst ist ein lebenslanger Burgenliebhaber, der sein Hobby schließlich zu seinem Beruf gemacht hat, und er sagt, dass die Verhandlungen oft besondere Sensibilität erfordern. „Der Verkäufer hat sehr, sehr viel Liebe in seine Burg gesteckt“, sagt er. „Und er möchte einen Käufer, der sie genauso lieben wird wie er.“

Hat seine Firma einen Verkauf abgeschlossen, helfen sie dem neuen Besitzer auch, Kontakt zu Architekten und Restaurierungsexperten aufzunehmen. „Wir lassen sie nicht einfach allein, sobald sie gekauft haben.“

Für die Burgen selbst kann es ein großer Segen sein, einen Käufer zu finden. „Viele Gemeinden besitzen Burgen, die sie sich nicht mehr leisten können“, sagt Helzel. Für eine Burg in Thüringen fand er einen niederländischen Käufer, der das zuvor abgesperrte Burggelände sofort wieder für die Öffentlichkeit öffnete. „Er sagte: Das gehört auch euch.“

In der Mönchsmühle, erzählt Dragilev, mögen er und seine Gefährtin besonders all die Wildtiere – von Vögeln über Murmeltiere bis zu Füchsen –, denen sie auf dem Gelände begegnen, sowie die vielen Apfel-, Birn- und Nussbäume der Burg.

„Wir sind Vegetarier“, erklärt er. „Wir lieben es, die Früchte zu sammeln.“

Zu seinen Renovierungsplänen gehören die Umstellung der Heizung von Öl auf Gas, das Befreien der Burgmauern vom Efeu und das Beseitigen aller Spuren eines Biergartens, der während eines „unehrenhaften“ Zwischenspiels dort oben eingerichtet worden war. Obwohl er nicht an Geister glaubt, sagt er, dass sie ihm sehr willkommen wären, falls er welche treffen sollte – schließlich wären sie Mitbewohner, die schon viel länger dort sind als er.

„Ich bin jetzt glücklich“, sagt er. „Ich muss nicht arbeiten, also lese ich Bücher und denke über den Sinn des Lebens nach. Warum sind wir auf dieser Erde? Das hier ist der perfekte Ort, um darüber nachzudenken.“

Würde Helzel selbst eines Tages eine eigene Burg wollen? Er ist sich nicht sicher. „Ich würde eine mit einem großen Garten wollen“, sagt er. „Eine mittelalterliche Burg mit dicken Mauern, die einem so ein Gefühl der Sicherheit geben. Vielleicht, wenn ich im Ruhestand bin.“

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Artikel in „THE LOCAL“ zum Kauf der Burg Möckmühl durch Alexander Dragilev

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