K wie Klause – Die geheimnisvollen Sperrburgen in den Alpen

In dieser Folge des Burgenlexikons möchte ich Ihnen die geheimnisvollen Klausen vorstellen. Es sind mittelalterliche Sperrburgen an engen Pässen und Tälern, die Ihnen sicherlich gefallen werden.

Diese Anlagen waren nicht zum Wohnen da, sondern dienten der Kontrolle von Handel, Militär und Zöllen.
Wir freuen uns, Ihnen heute eindrucksvolle Beispiele wie die Mühlbacher Klause, die Ehrenberger Klause und den Kniepass vorstellen zu dürfen.

Niemand wohnte hier – doch jeder musste durch: Macht, Kontrolle und Maut im Mittelalter.

Link auf den Video-Beitrag: „K wie Klause – Die geheimnisvollen Sperrburgen in den Alpen

Definition: Der Name kommt vom lateinischen clausa, was „verschlossener Ort“ bedeutet.

Zweck: Anders als herkömmliche Burgen waren Klausen strategische Sperrwerke an Engpässen, um Wege abzuriegeln.

Funktion: Man kann sie sich wie ein Tor mitten in der Landschaft vorstellen. Händler, Reisende und Heere mussten hier anhalten, um Zoll zu bezahlen oder Erlaubnis zum Durchlass zu erbitten.

Kontrolle: Wer die Klause besaß, kontrollierte den Verkehrsfluss und damit eine wichtige Einnahmequelle: den Zoll.

Sicherheit: Ein einziges Tor konnte verhindern, dass feindliche Truppen ungehindert passieren konnten.

Macht: Klausen waren sichtbare Zeichen politischer Macht – sie zeigten, wer im jeweiligen Tal „das Sagen“ hatte.

Geschichte: Seit dem 13. Jahrhundert wacht sie über den Zugang zum Pustertal. Die heutige Anlage wurde um 1460 unter Herzog Sigismund erbaut.

Bauweise: Bestehend aus dem Mühlbacher und dem Vintler Tor, umschloss sie Mauern, Türme und ein Zollhaus.

Besonderheit: Im „Kaiserturm“ soll sogar Kaiser Maximilian I. auf der Jagd übernachtet haben.

Festungsensemble: Zusammen mit Burg Ehrenberg, Fort Claudia und der Festung Schlosskopf bildete sie ein gewaltiges Verteidigungssystem.

Strategie: Sie sicherte den wichtigen Handelsweg über den Fernpass nach Italien.

Wehrtechnik: Über die Jahrhunderte wuchs sie von einem einfachen Torbau zu einer Festung mit Bastionen und Geschütztürmen heran.

Meisterwerk: Die heutige Befestigung wurde 1614 von Santino Solari errichtet, dem Erbauer des Salzburger Doms.

Aufbau: Ein kompakter, wehrhafter Torbau im Saalachtal mit einem Hauptgebäude, das als Wachhaus diente.

Museum: Heute erinnert die sanierte Anlage als Museum an ihre Rolle als „steinerne Wächterin“.

Einzigartigkeit: Diese Anlage schmiegt sich an die Felswand, wobei der Brückenturm markant mitten im Fluss Inn steht.

Verteidigung: Mit Pechnasen, Wehrgängen und Schießscharten war diese Grenzklausen nahezu uneinnehmbar.

Tradition: Schon die Römer nutzten diesen Ort an der Via Claudia Augusta als wichtigen Alpenübergang.

„Klausen waren also keine Burgen zum Wohnen, sondern Burgen zum Sperren. Man könnte sagen: Hier wurde nicht gefeiert, sondern kassiert! Und wer damals ohne Zoll durch wollte, der musste wohl ziemlich gute Argumente haben – oder sehr, sehr schnell laufen …“.

von: Matthias Helzel Schlagwörter: , ,

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